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Das neue Wir-Gefühl: Warum sich ein wenig mehr Menschlichkeit in der Arbeitswelt für alle auszahlt – Blog zum Webinar mit Carmen Hentschel

Jannine Dockhorn

Senior Field Marketing Manager

Videochats statt Konferenzen, Home-Office statt Präsenzpflicht am Arbeitsplatz sowie E-Learning anstelle des guten alten Weiterbildungsseminars – zweifelsohne hat die aktuelle Coronavirus-Krise das Mega-Thema Digitalisierung noch einmal ordentlich vorangetrieben. Auch ist es längst eine Binsenweisheit, dass vernetzte Systeme im Wettbewerb deutlich besser abschneiden als Einzelkämpfer. Doch wenn das Arbeitsleben immer stärker von Algorithmen bestimmt wird, was passiert dann mit unserer Gefühlswelt? Schließlich sind ein guter Instinkt, ein hohes Maß an Motivation der Mitarbeiter sowie emotionale Intelligenz mindestens ebenso erfolgsentscheidend – davon jedenfalls ist Carmen Hentschel, Expertin für Digitalisierung und digitale Transformation überzeugt.

In ihrem Webinar „Das Business der Zukunft: der radikal menschliche Weg“ erklärt sie, warum es so wichtig ist, diese Soft Skills mit den Hard Skills unter einen Hut zu bringen.

„Es führt einfach kein Weg mehr daran vorbei, mehr Menschlichkeit ins Business zu bringen“, so lautet Hentschels zentrale These, die auf den ersten Blick vielleicht ein wenig esoterisch klingt. Aber es gibt einige handfeste Gründe, die dafür sprechen. Da ist zum einen die fortschreitende Digitalisierung, weshalb Algorithmen uns immer mehr analytische Aufgaben abnehmen. Das wiederum ermöglicht mehr Spielraum zum Menschsein, zu mehr Fokussierung auf emotionale Qualitäten, so ihre Botschaft. Ferner nennt sie den demografischen Wandel, der nicht nur einen Mangel an Fachkräften zur Folge hat, sondern ebenfalls veränderte Vorstellungen von der Arbeitswelt ganz generell, Stichwort: Work-Life-Balance. Als Beschleuniger dieses Trends aber macht Hentschel die aktuelle Pandemie aus, die für alle Beteiligten zum Stresstest wurde. „Wie menschlich sich Firmen dann in dieser Situation gegenüber ihren Mitarbeitern gezeigt haben, das war das große Thema in den sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder Xing“, so ihre Beobachtung. „Da gab es sehr viel Lob, aber auch so manchen Shitstorm.“

Doch es gibt noch eine weitere Baustelle, und die heißt Frust am Arbeitsplatz. „16 Prozent aller Erwerbstätigen, also rund sechs Millionen, in Deutschland haben innerlich bereits gekündigt“, zitiert Hentschel aus einer aktuellen Gallup-Studie. „69 Prozent machen allenfalls Dienst nach Vorschrift. Gerade einmal 15 Prozent fühlen sich mit ihrem Job auch wirklich emotional verbunden.“ Den volkswirtschaftlichen Schaden dieser flächendeckenden Motivationskrise beziffert Gallup auf 122 Milliarden Euro im Jahr. Doch nun die Devise ausgeben, nach der Top-Down-Methode einfach an alle in der Organisation mehr Verantwortung zu delegieren, um irgendwie agiler zu werden, das wird nicht funktionieren. „Wenn 85 Prozent der Arbeitnehmer derzeit auf Sparflamme laufen, ist es sehr unwahrscheinlich, dass sich plötzlich etwas verändert, nur weil wir ihnen das Zepter in die Hand geben.“

Smarte Technik und Big Data mit einer gehörigen Portion Menschlichkeit zusammenzubringen – das ist für Hentschel genau die Formel, die ein Befreiungsschlag sein kann, um aus einem solchen Dilemma herauszukommen. Oder anders formuliert: „Wenn man das alles konsequent zu Ende denkt, dann ist die Digitalisierung sogar als eine Einladung zur Kultivierung unseres Menschseins zu verstehen.“ Erfolgreiche Firmen wie Ali Baba, Chinas Antwort auf Amazon, haben diese Botschaft bereits längst verinnerlicht. „Unternehmenschef Daniel Zhang spricht deshalb nicht nur vom IQ, der entscheidend ist, sondern ebenfalls von einem Emotionalen Quotient, kurz EQ, und sogar von einem LQ, den er Liebesquotient nennt.“ Dahinter steckt der Ansatz, menschlichen Qualitäten wie der Bereitschaft, sich um andere zu kümmern oder Vertrauen aufbauen zu können, hohe Wertschätzung entgegenzubringen. „Bei den digitalen Pionieren von Morgen hat der klassische Nerd schlichtweg ausgedient.“ Gefragt sind Mitarbeiter, die ein Verständnis für Algorithmen und die Menschen, die sie umgeben, gleichermaßen mitbringen.

Aber auch in bestehenden Organisationen lassen sich ohne großen Aufwand oder Kosten Prozesse implementieren oder Rituale einführen, die zu mehr emotionaler Bindung an das Unternehmen führen. „Man muss herausfinden, was für Lebenserfahrungen, Gefühle oder Werte die anderen haben und welche davon uns allen gemein sind. Das ist der eigentliche Schlüssel“ So etwas kann recht einfach funktionieren. Als ein Beispiel für so einen Abschied vom reinen Silo-Denken nennt sie das „Lunch-Roulette“. Personen werden nach dem Zufallsprinzip zusammengewürfelt und gehen gemeinsam zum Mittagessen, alles ganz zwanglos und informell natürlich. „Da kommt jemand aus der Geschäftsführung mit dem Azubi zusammen oder Kollegen aus der Buchhaltung mit denen vom Außendienst. Daraus können sehr interessante Begegnungen werden, wobei alle Beteiligten völlig neue Einblicke auf Abläufe oder Probleme innerhalb des Unternehmens gewinnen.“ Eine besondere Funktion bei diesen Out-of-the-Box-Ansätzen kommt aber auch unseren fünf Sinnen zu. „Denn der menschliche Körper ist sowohl ein Kommunikations- als auch ein Wahrnehmungstool“, betont Hentschel immer wieder. Das gilt für unser Zeitalter der digitalen Vernetzung genauso wie früher. Aber erst mit Hilfe einer gezielten Fokussierung auf unser Menschsein kann aus der Summe der einzelnen Teile wirklich ein neues Wir werden.

Wenn Sie noch mehr über den radikal menschlichen Weg erfahren wollen, finden Sie die vollständige Aufnahme des Webinars mit Carmen Hentschel hier.

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Alexander Mann Solutions wins Cornerstone OnDemands sponsored categories at the TIARA 2020 Talent Solutions Awards

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Alexander Mann Solutions wins Cornerstone OnDemands sponsored categories at the TIARA 2020 Talent Solutions Awards

Here at Cornerstone, we absolutely love to hear inspiring stories and share them far and wide, especially when they are about talent management! We were recently headline sponsors of the TIARA 2020 Talent Solutions Awards. These annual awards, hosted by TALiNT International, celebrate excellence across the RPO, MSP and Talent Solutions marketplace, and recognise the wonderful ways companies are demonstrating exemplary growth, innovation and leadership. For 2020, it was the usual great awards with a bit of a difference. As we know, everything has now moved online – even this year’s Convergence! But this didn’t seem to impact the TIARA Talent Solution Awards at all. Despite not being able to celebrate face-to-face, the event was filled with laughter, engagement, and most of all, lots of fun! This year, we also supported the Best Use of Technology Award as well as the Overall Winner. The winner – triumphing in both categories – could not be more deserving, and so we duly wanted to pass on our huge congratulations to Alexander Mann Solutions! Alexander Mann was awarded the Cornerstone OnDemand Best Use of Technology Award for their brilliant ‘Find Your Fit’ technology solution. The platform offers users personal preferences and assisted future growth through interactive videos, personalised one-to-one calls, and a dedicated platform to match skills with current roles within the organisation. The solution had 1,200 employees enrolling within just six months of implementation and is continuing to improve every day. Find Your Fit helps employees to understand how their organisation functions better, including the areas that are growing the most rapidly. In turn, this helps employees to develop the skills they need in order to take advantage of these developments to enhance not only their personal career progression, but overall business performance. After all, businesses don’t innovate, people do! The judges commended this entry for “the clear way in which an innovative technology solution clearly delivered in results”. The judges also applauded Alexander Mann for demonstrating customer care by really listening to client’s individual challenges and using inventive technology solutions to help design a custom built solution that helps to support the overall internal career options and pathways available to each organisation. The award was accepted virtually by Stephen Gordon, Recruitment Tech Lead at Talent Collective/AMS. In addition to being awarded Best Use of Technology, Alexander Mann was also recognised as this year’s overall winner of the Talent Solutions Awards. Chair of Judges, Jim Richardson highlighted that “the overall winner is based on the organisation that consistently demonstrates excellence and innovation across all of its activities”. Both Peoplescout and Guidant Global were highly commended by the judges for their brilliant work, but ultimately, Alexander Mann took home the award for demonstrating consistently high standards across all areas. Jim Richardson added that although Alexander Mann has the resources to support many initiatives, it has still managed to deliver consistently on large scale and complex global projects. This is a phenomenally impressive achievement that all of us at Cornerstone also wish to say a huge congratulations for! The other winners and nominees from this year’s TIARA Talent Solutions Awards have highlighted more excellent work and brilliant stories across the recruiting sector and HR community. For the full list of winners, check out the TALiNT International’s September/October 2020 edition here.

Blog: Why HR need to lead the agile change journey

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Blog: Why HR need to lead the agile change journey

It's been going on for a while now - the shift towards more agile and flexible companies that quickly can adapt to the fast-changing times of today. Organisations that are unable to make this move are gradually losing competitiveness and finding it more difficult to prove themselves against smaller and faster players. Those who recognise the need and are able to create new conditions for the business, in the form of new structures, will survive and flourish in tomorrow's economic reality. Agile HR can be viewed from two different angles; How HR should work together within the HR team and what / how HR should deliver value to the business for which they exist. All HR processes that are part of Talent and People Management will be different when you start working agile, and each of the processes have their specific tools and working methods. Here we will look at HR from a more general perspective, to get an overall understanding of how the HR role, and the corresponding deliverables, change in a company that wants to increase its business agility. The goal is to focus on creating better workplaces through the development of teams and individuals, throughout the whole organisation. Small and medium-sized companies are easier to change, as they have less hierarchical structures, and often a more decentralised business, where everyone has an ability to make the decisions that need to be made, locally rather than centrally. The larger and more complex a company is, the more systems, processes, and structures there are that cannot be easily and quickly changed. Although it is possible to change a department in the organisation, some issues might remain that forces the department back into the central structures. This happens because it is not possible to isolate a specific part of the business. You can compare it to an attempt to change a rubber ball. It changes when it is being squeezed, but when you let go, it quickly returns to its old shape. However, there is one functional department in most large organisations that can influence all the other parts at once – HR. In many large companies, HR controls; ● Leadership programs and development ● Change management ● Organisational development ● Employee engagement ● Employee training and skills development ● Rewards and bonuses ● Recruitment ● Goal setting and performance reviews ● Long term mix of employees All these processes or areas flow through the entire organisation. These are the structures that can support, or prevent, a more radical change towards a more agile company. It all depends on HOW we work with processes and programs. They can be developed in a way that, paradoxically, prevents performance and commitment. Or they can optimise performance and employee satisfaction. HR struggles with criticisms, it is accused of being some kind of "organisational police", which hinders performance and commitment by implementing Talent management processes in a way that was intended to increase the same. This needs to change. HR has been in the back seat for too long and now it is time to take responsibility for a change in how to support the organisation. Because it is about people, and relationships between people, this is the key to how the company performs as a whole. It is the system that fundamentally needs to change, not the people. We do not need to do more things or implement complicated frameworks and methods. Instead, we need to understand how we can make it easier for people to make their best contribution to the company, by providing supportive structures, instead of hindering structures. It is through more experiments and by trying different working methods, that one can find the best path for each organisation, and each team/individual. Here, the agile principles and the agile mindset serve as a guide. Agile tools and frameworks work sometimes, but not always. The only way to continually improve is through constant learning, which also means that we sometimes fail. Companies that learn faster than others, and turn that knowledge into new ways of working for employees, but also new products and services for external customers, gain a competitive advantage and will be the winner of the future. HR has the power and the ability to design the structures that aim to either support or make it harder for employees to contribute in creative and innovative ways. If HR sticks to the old, traditional ways of working, the consequence will be rigid and non-agile organisations that use inefficient systems and processes. HR can either hinder or support the change, so HR must show the way. By providing opportunities for alternative and more agile working methods, and by focusing on value creation and value flows for the internal and by extension also external customers, HR can lead companies through changes that no other department is capable of. The next blog chapter will dive into HR's changing role.

Cornerstar Moments - Nestle

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Cornerstar Moments - Nestle

Hear from Nestle’s JoAnne Rossouw, Head of Digital Learning, and Andriy Verminskyy, Global Product Manager, on how Cornerstone has helped Nestle to engage and train over 333,000 employees across the globe. By rolling out their new global learning management system, Nestle can now focus on retaining and investing in their people.

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