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Arbeiten im Gefängnis? Warum sind wichtige Jobs häufig so unbeliebt?

Jannine Dockhorn

Senior Field Marketing Manager

Sie sind gut bezahlt und hoch angesehen – und doch finden bestimmte Berufe keinen geeigneten Nachwuchs. Woran liegt das? Und wie kann man diese Jobs wieder attraktiv machen? Ein Überblick.

Schaut man sich in der Medienlandschaft um, dann scheint der Traumberuf der jungen Generation auf Facebook oder Instagram beheimatet zu sein. Dass die Berufung, einmal Social Media Influencer zu werden, jedoch nicht nur die Träumerei von ein paar Hipstern ist, sondern sich auch in der Bildung und auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt, sieht man an der Nahtstelle dieser beiden Bereiche: den Berufsschulen und Universitäten. Sogenannte WMM-Studienfächer („Was mit Medien“) lagen natürlich schon um die Jahrtausendwende im Trend, aber seit die Digitalisierung richtig anzieht, schießen auch diese Fächer gnadenlos durch die Decke. Mittlerweile gibt es über 400 Studiengänge, die das Wort „Medien“ beinhalten, in der hiesigen Unilandschaft. Viele Hochschulen haben deshalb umgesattelt und weniger attraktive Fächer schlicht umbenannt. Im Zuge der Klimadebatte taufte die TU Stuttgart das Fach „Energietechnik“ etwa in „Erneuerbare Energien“ um und konnte damit vor allem bei jungen Frauen damit punkten, welche vorher noch einen großen Bogen um diese Richtung machten. Aber es gibt auch andere Berufe, die elementar wichtig für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft sind, jedoch häufig unter dem Radar fliegen und ebenfalls mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben.

An erster Stelle steht hier die Fachkraft für industrielle Abfallbeseitigung und Entsorgungswirtschaft – gemeinhin auch als der Müllmann bekannt. Dieser Beruf ist wohl der Vorzeige-Stereotyp des unbeliebten Jobs; immerhin sind die Beschäftigten bei Wind und Wetter draußen mit Abfällen, Speiseresten und Dreck – eben Müll – konfrontiert. Es gibt wohl kaum einen Beruf, der auf den ersten Blick so weit unten in der gesellschaftlichen Wahrnehmung steht wie der Müllmann. Dennoch wird in solchen Diskussionen von Teilnehmern gebetsmühlenartig und damit zur Rettung der Berufsehre hinzugefügt: „Aber Müllmänner verdienen gut!“ Stimmt. Aber was noch wichtiger ist: Der Beruf ist nun mal überaus wichtig für unseren Alltag. Und diese Botschaft scheint trotz aller Häme anzukommen, denn tatsächlich gibt es kaum Kommunen und Städte, die händeringend nach jungen Menschen in dieser Branche suchen müssen. Ironischerweise gibt es dagegen in der Abfallwirtschaft einen ganz anderen Zweig, der unter dem demographischen Wandel zu kämpfen hat: Transport und Logistik. Denn ähnlich wie bei den Lkw-Fahrern lassen sich hier kaum noch junge Leute für die Tätigkeit hinter dem Lenkrad begeistern. Es hat also nicht immer nur etwas mit der Bezahlung und der gesellschaftlichen Wahrnehmung zu tun, dass manche Jobs im 21. Jahrhundert beliebter sind als andere.

Der „Knast-O-Mat“ soll junge Menschen für den Justizvollzug begeistern

Ein Weg, wie man wieder Kontakt zu den nachrückenden Fachkräften findet, geht dabei ironischerweise über die ungeliebten Medienfächer. Denn die Digitalisierung erstreckt sich in alle Bereiche unseres täglichen Lebens. So werben nun NRWs Justizvollzugsanstalten, Maßregelvollzüge und Haftorte – summa summarum Gefängnis genannt – mit der App Knast-O-Mat für den Einsatz hinter schwedischen Gardinen. Natürlich nicht als Häftling, sondern als Mitarbeiter oder Mitarbeiterin. Denn auch hier hat sich mittlerweile eine große Lücke aufgetan. Wer also bei all dem Stress um die Suche nach einem Job noch nicht genug kriminelle Energie aufgetankt hat, um hinter Schloss und Riegel verklappt zu werden, kann mittels dieses innovativen Tools herausfinden, ob er für eine Tätigkeit im Kittchen in Frage kommt. Solche Lösungen mögen freilich etwas sarkastisch anmuten, verfehlen ihren Zweck aber nicht, da sie auf diese und ähnliche Jobs in einem jugendlichen Stil aufmerksam machen. Auch Apps für allgemeine Jobs überflügeln mittlerweile das klassische Recruiting, welche Stellenausschreibung mit den zusammengepuzzelten Standardtexten (Flache Hierarchien, kurze Entscheidungswege, gratis Obst etc.) auf Xing hochladen. Beispiele dieser Art ist Truffls, welches ähnlich wie Tinder aufgebaut ist – nur das man hier kein Date sucht, sondern einen Job. Man wischt über die Oberfläche des Displays, bis man den passenden Job in der Region gefunden hat – daraufhin ergeht ein Signal an den Recruiter des entsprechenden Unternehmens, welche wiederum das Profil des Kandidaten checken. Passt dies, hat man ein Match.

Mit digitalem Recruiting auf Cloud 7 schweben

Es gibt also eine große Bandbreite, wie man wichtige und gut bezahlte, aber unbeliebte Jobs sichtbar machen kann. Aber warum sind einige Berufe trotz ihrer Vorteile so wenig gefragt? Einige Beispiele wurden ja schon genannt und freilich ist jeder Fall anders. Ein gemeinsamer Nenner ist jedoch häufig die digitale Stagnation. Manche Jobs wie Maurer, Bäcker oder Bogenmacher stellen sich in der Öffentlichkeit häufig noch sehr verknöchert auf. Natürlich ändert sich die Art der Tätigkeit oder des Handwerkes nicht, damit kommt es also verstärkt auf die Verpackung an. Active Sourcing, Social Media Recruiting, Brand Management – all solche Begriffe sind in diesen Berufen kaum bekannt. Häufig konzentriert sich das Einzelhandelsunternehmen im Dorf noch auf die Schaltung von Stellenanzeigen in der Tageszeitung. Hand aufs Herz: Wie viele junge Leute lesen heute noch eine gedruckte Tageszeitung? Und dann dort auch ausgerechnet die Stellenanzeigen? Das Recruiting muss daher icht mehr nur digital werden, sondern sogar in die Cloud ziehen, da heute auch immer mehr mobil abgerufen wird. Nur wer sich die Medien des Informationszeitalters nutzbar macht, statt sie zu leugnen, wird auch eine Pole Position beim Wettrennen um die besten Talente auf dem Arbeitsmarkt erhalten.

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7 ways to put DEIB at the centre of your recruiting strategy

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7 ways to put DEIB at the centre of your recruiting strategy

“Diversity is being invited to the party. Inclusion is being asked to dance.”® – Verna Myers The conversations around diversity in the workplace have evolved over the years. As our society has changed and opened up, how we talk about “diversity” as evolved too. Now in the workplace, we also talk about equity, inclusion, and belonging alongside diversity. Together, diversity, equity, inclusion, and belonging (DEIB) help create workplaces where all types of people can thrive. To continue creating a workplace your people love, it’s important to recognise your personal limitations. As Duane La Bom, chief diversity officer at Cornerstone, puts it in an episode of the HR Labs podcast , “There are two types of diversity: The type you can see, like race, gender, age. And the type you can’t see, like nationality, religion, sexual orientation.” Kimberlé Crenshaw, a lawyer, civil rights advocate, philosopher, and leading scholar of critical race theory, dug into the concept of personal limited viewpoints when she developed the theory of intersectionality, “a metaphor for understanding the ways that multiple forms of inequality and disadvantage sometimes compound themselves.” There’s just so much you’ll never see. From a practitioner point of view, we must think differently to consider the invisible factors affecting DEIB in our strategy. How recruitment is foundational to an effective DEIB strategy To ensure your people are happy and feel they belong, DEIB must be at the core of your recruiting strategy, including candidate experience, company brand awareness, and external and internal recruitment. Then as you build your company’s culture and values, DEIB will touch every aspect of the company. A data-driven approach can guide you as you implement an effective recruitment strategy in your organisation. “The common myth in traditional recruiting was that by using narrow education and experience requirements in the job description, your business was 'discerning,' and more likely to attract top talent,” explains Sarah Spence, Senior Solution Consultant for Cornerstone in EMEA. “Thankfully, the link between discernment and discrimination is now better understood — alongside the critical and far-reaching benefits of employing a diverse workforce. It is now up to each business to update their 'selection' processes in order to recognise the true value in their candidates.” Spence shared the following seven takeaways to help you evolve your recruiting strategy to increase your DEIB. 1. Set goals and define what DEIB looks like in your company. Be realistic with your region and the culture around you. Ensure that you set inspirational but also achievable goals and include the whole organisation in that vision. An internal newsletter can be a very powerful tool for aligning your entire company. Also user surveys can provide you with a deep audit on what your people feel has been happening until now and where they want to see the company go in the future. 2. Embrace empathy. We all know that receiving an apology is one of the most healing experiences we can have. Every company and person should embrace the idea of being kind, apologising, and accepting failure. This is how we will be able to innovate while applauding the people who helped the organisation thrive. 3. Form diverse interview panels. This is a very efficient way to start implementing your organisations DEIB goals. Populate the panels with members from different races, ages, religions, backgrounds, etc. from all across your organisation. This will not only improve your hiring processes but also set an example and show your workers that you have a strong commitment to them and to DEIB. 4. Revisit your application workflow and job descriptions. Have people from around the company (maybe start with the people on your interview panels) apply to open positions and determine how inclusive your hiring flow is. Ask recently hired employees what could be improved and what was great. Revisit your job descriptions, keeping an eye out for biases like how we use certain words, and work with the copywriter in your organisation to make them more inclusive, relevant, and efficient. 5. Deliver ongoing DEI training. Get your Talent Acquisition (TA) team and hiring managers to take unconscious bias training. Support them if questions come up and ensure they have the right interview skills. A lot of hiring is based on potential, and unconscious bias is the enemy of potential, so we have to learn to see our own unconscious biases. 6. Create a safe space to give feedback. Having a community within your organisation where people can share how they feel is very powerful. And that extends to your applicant tracking system too. Candidates need a place to share feedback on how the process was, good or bad. And of course, if your processes are automated, your TA team will have time to debrief with managers and get into the experience during the interview. More importantly still, ensure that the feedback collected is acted upon to drive a fairer and more inclusive environment for all future applicants. 7. Know your Employer Value Proposition (EVP). Work with your marketing team and ensure you are elevating your EVP. How is your social media footprint? Check Glassdoor and Kununu regularly and respond to all feedback. Enable your CEO and leaders to show your company values online with vlogs and social posts. Add employee testimonies on your career page and blog so that you can create a newsletter for your talent pool. If you want to learn more about improving your diversity, equity, inclusion, and belonging, listen to this episode of HR Labs.

Agility: The leader and their key role!

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Agility: The leader and their key role!

Nothing is worse than an organisation caught up in silos, processes and red lines. These days, the focus must be on agility. In other words, each organisation must develop its ability to adapt quickly to its environment – it is a question of survival! The most common mistake when we talk about agility is to summarise agility in one characteristic. In reality, there is no such thing as one agile method, but multiple methods, and multiple aspects to consider. It's not enough to just create a new team with a name that sounds like "Silicon Valley". One of the key factors that is often overlooked is the commitment and personality of the leader at the head of the organisation. Leaders play a strategic role: they can encourage agility or on the contrary, sometimes despite intentions, slow it down. We all know about DNA. It is the molecule that has all the characteristics of a being. Scientists, Christensen, Dyer and Gregersen attempted to define the DNA of an innovative organisation and found that the starting point is the personality of the founder or manager of the team. If it is oriented towards innovation, the latter will naturally tend to surround themself with creative profiles. The company will then encourage questioning, observation, collaboration and experimentation. And beyond these practices, it will stimulate a real culture based on the following strong principles: · Innovation is everyone's business, not just R&D · Breakthrough innovation is encouraged · Project teams are small, agile and structured · Intelligent risk-taking is encouraged  In short, as we can see, the starting point of an agile and innovative organisation is first and foremost the personality and commitment of the leader at its head. Let us remember the words of Peter Drucker: “Leadership consists of raising a person's vision to higher heights, improving a person's performance to higher standards, building a personality that abolishes ordinary limitations.” If you want to develop your high potential leaders by equipping them with the skills to motivate, engage and manage teams, you can find out more here. This blog was originally published in the French Cornerstone blog.

Artificial intelligence will humanise work, not replace it

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Artificial intelligence will humanise work, not replace it

Artificial intelligence: “Humans are far from having lost their place in business” Today we are inundated with articles, interviews and Tweets about artificial intelligence (AI) from people who aren’t aware of the technological reality. They simply shamelessly tap into an imaginary world of competition and submission in order to generate more and more emotion and clicks. As an AI expert, I wish to shed some light on what is involved in the development of these new tools, which may turn out to be more human than one might think. Because the reality is: what we call artificial intelligence is just a succession of specialised tools, each one dedicated to the optimisation of a single repetitive task. A classic example is medical imaging, where an algorithm will analyse hundreds of images for a specific cancer in order to propose a diagnosis to the doctor. AI is nothing more than what we decide to make it. A human technology that has the potential to relieve employees of daunting tasks… Above all, AI makes it possible to automate often repetitive, sometimes thankless, actions that were previously carried out by employees. We must put an end to the preconceived idea that we would put the majority of human activity in a company into the hands of machines. AI must be approached as a technological opportunity that frees up employees’ time and helps them to make decisions. …and to bring value to employees and the company Employees will therefore be able to concentrate on other, more “human” tasks, where they will have more added value. On the one hand, they will be able to focus on their creativity, innovation and analysis; on the other hand, they will be able to devote themselves to human relationships and communication, whether internal or external. For example, a nurse will be able to spend more time with her patients. In this way, AI gives back meaning to work, an essential demand from younger generations. A phenomenon that will increase with the maturity of the technology Opaque in its operation, AI is a tool that requires interaction in certain aspects similar to that between humans. The solutions known to the general public are still far off from maturity. Indeed, the main goal of GAFA (Google, Apple, Facebook and Amazon) is to keep users captive by not providing them with steering tools or justification. However, it is necessary to ensure that humans and AI understand each other on both the questions and the answers! Collaboration with humans is a crucial issue for enterprise solutions, the progress of which will positively affect the reality of work. Let’s not be naïve, job losses caused by AI will occur. But the reality will be far from the predictions of some thinktanks or theorists announcing the elimination of 30% to 90% of current jobs. Humans are far from having lost their place in business. With the development of AI solutions at work, employees will turn to more rewarding activities and goals for more fulfilling careers. Hungry for more AI blogs? Read my opinion on what AI can bring to HR.

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